Die Magie der Nordlichter-Saison

Frederike
03.09.2019 16:52:02

Reiseziel: Nordlicht

Reisende, die sich in den Wintermonaten auf den Weg nach Nordeuropa machen, haben häufig das Ziel, Nordlichter (oder: Polarlichter) zu erspähen.

Das Ziel ist oft mehr eine Hoffnung – braucht es doch vor allem Zeit, Geduld und auch eine kleine Portion Glück, dieses spektakuläre Naturschauspiel zu erleben. Vor allem ersteres stellt Nordlicht-Spotter oft auf eine harte Probe. Bereits im späten Herbst/ frühen Winter wird es nördlich des Polarkreises sehr kalt, auf das Ausharren bei tiefen Temperaturen muss man sich gut vorbereiten. Kommt man dann jedoch in den Genuss der sanft tanzenden Lichter, die wie ein Vorhang oder ein Wasserfall vor einem am Nachthimmel erscheinen, scheinen die Anstrengungen schnell vergessen. 

Nordlichter in NorwegenWährend des Wartens kann man es sich auch im Zelt gemütlich machen © Andreas Wolden | Foap | Visit Norway

Sowohl für diejenigen, die das farbenfrohe Spektakel schon ein mal live erleben durften als auch für diejenigen, die sich bisher mit wunderschönen Nordlicht-Aufnahmen begnügen mussten, gilt: Die wenigsten wissen, wie es zu den Lichterscheinungen am Nordhimmel kommt. Was passiert da und was muss ich beachten, um meinen Erfolg bei der Nordlichter-Jagd eventuell zu erhöhen? 

Die Nordlicht-Saison

Die Nordlicht-Saison reicht erfahrungsgemäß von frühestens Ende August bis Anfang April. Dieser Zeitraum gilt jedoch nur für Regionen im äußersten Norden. Weiter südlich kann man sich erst ab Oktober und bis Februar auf die Lauer legen. Selbstverständlich sind dies stets Angaben, die von anderen Faktoren abhängig sind – so wurden auch schon Nordlichter in weit südlicheren Gefilden am Himmel erblickt. 

Die Wahrscheinlichkeit Nordlichter zu sehen

Drei Faktoren tragen entscheidend dazu bei, Nordlichter zu sehen: absolute Dunkelheit, ein klarer Himmel sowie die Nähe zu einem Pol.

Diese Dinge sind vor allem jenseits der Polarkreise gegeben. Schwedisch Lappland, Finnisch Lappland sowie Nord-Norwegen und der Norden von Island bieten sich auf der Suche nach Nordlichtern in Nordeuropa damit als geeignete Orte an. Um Dunkelheit zu gewährleisten und die Gefahr von Lichtverschmutzung durch Ansiedlungen zu vermeiden, sollte man sich inmitten der Natur befinden. Auf das Wetter kann man leider keinen Einfluss nehmen – auch ein Grund, warum Zeit eine mindestens genauso wichtige Rolle spielt. 

Nordlichter in NorwegenPolarlicht über der Nordlicht-Hauptstadt Tromsø in Norwegen ©Gaute Bruvik | Visit Norway

Physikalisches Wunder

Der wissenschaftliche Name des farbenfrohen Spektakels im Norden lautet 'Aurora borealis' (die Unterscheidung in Nord und Süd ist wichtig; auf der Südhalbkugel auftretende Polarlichter nennt man 'Aurora australis'). Und obwohl sich Naturwissenschaften und Magie meistens ausschließen, kann man das im Fall des Lichtphänomens nicht behaupten. Trotz physikalischer Erklärung verliert das Ganze nicht seine Magie, wenn man es erlebt. 

Auslöser für Nordlichter sind Eruptionen auf der Sonne. Durch diese kommt es zum Ausstoß elektrisch geladener Partikel ins Weltall. Es dauert nun rund 79 Stunden, bis die Partikel als Sonnensturm auf das Magnetfeld der Erde entlang der Pole treffen - in diesen Momenten entstehen Nordlichter, die mit etwas Glück am klaren Nachthimmel bestaunt werden können. 

Nordlichter in FinnlandSo sieht es aus, wenn der Sonnensturms aufs Magnetfeld der Erde treffen - hier in Finnland ©Markus Kiili | Visit Finland

Analoge und technische Helfer

Heute, ca. 100 Jahre nach der wissenschaftlichen Erkenntnis, worum es sich bei Nordlichtern handelt, macht es die moderne Technik leichter, sie auch wirklich zu finden. Das Finnische Meteorologische Institut gibt auf seiner Website "Auroras Now!" nach Anmeldung Hinweise in Form von kostenlosen Benachrichtigungen, wenn Sonnenaktivitäten erkennbar wurden, die die magnetischen Bedingungen für Polarlichter am Himmel über Finnland besonders günstig machen.

Beispielsweise im Arctic Snow Hotel im finnischen Rovaniemi übernimmt diesen Job sogar ein eigens dafür angestellter Mitarbeiter – inkl. Weckservice für Hotelgäste, wenn Nordlichter gesehen wurden. 

Nordlichter in FinnlandNordlichter und ihr Spiel mit der Natur können kunstvoll festgehalten werden © Asko Kuittinen | Visit Finland

Auf Fotosafari zu den Polarlichtern

Hat man Polarlichter gefunden, bleibt das Fotografieren des Phänomens dennoch eine Kunst. Möchte man eine Erinnerung (oder vielleicht eher ein Beweisfoto für die Lieben daheim) haben, braucht es gutes Kameraequipment sowie etwas Know-How. Viele Anbieter in Nordeuropa haben sich daher auf Nordlicht-Fotografie spezialisiert und stehen Reisenden auf ihren Touren gerne mit Rat und Tat zur Seite. Dennoch empfehlen wir, den Moment nicht nur durch die Kameralinse zu genießen. Richtig eindrucksvoll wird es doch erst, wenn man vor der Wand aus tanzendem Licht steht, und sie in voller Pracht bestaunen kann. 

Nordlichter in SchwedenPolarlicht in Schweden © Asaf Kliger | Image Bank Sweden

Die Nordlicht-Jagd bietet sich in Skandinavien zum Beispiel in den norwegischen Lyngenalpen, in Abisko in Schweden oder im finnischen Skigebiet Levi an. 

Header: © Gaute Bruvik | Visit Norway

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