Warum Saisonverlängerung und internationale Märkte strategisch wichtiger werden
Finnlands Tourismus wächst – doch nicht aus eigener Kraft. Aktuelle Zahlen von Visit Finland zeigen: Das Wachstum der letzten zwei Jahre stammt nahezu ausschließlich aus dem Ausland. Während die inländische Nachfrage zurückgeht, steigt die Zahl internationaler Gäste weiter an.
Wachstum durch internationale Märkte
2025 erreichten die Übernachtungen internationaler Gäste mit 7,2 Millionen einen Höchststand. Besonders stark wuchsen:
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Freizeitreisen
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MICE-Segment
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Langstreckenmärkte wie USA, Japan, China und Australien
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Europäische Märkte wie Deutschland, Großbritannien, Italien und Frankreich
Insgesamt gaben ausländische Gäste rund 3,7 Milliarden Euro in Finnland aus. Das bedeutet: Ohne internationale Nachfrage wäre der Gesamtmarkt rückläufig. Für DACH-Tour Operator heißt das: Finnland bleibt kein Nischenprodukt, sondern ein Markt mit stabiler internationaler Dynamik.
Saisonverlängerung wird Realität
Die Saisonverlängerung ist längst keine theoretische Diskussion mehr, sondern zeigt sich zunehmend in konkreten Zahlen. Das Wachstum konzentriert sich nicht ausschließlich auf die Wintermonate. Insbesondere im Frühjahr verzeichnete Finnland deutliche Zuwächse bei den Übernachtungen. Auch die Monate April und Oktober entwickelten sich überdurchschnittlich positiv, und selbst der Sommer in Lappland konnte weiter an Dynamik gewinnen.
Die viel zitierte „Coolcation“-Bewegung erklärt dabei nur einen Teil dieser Entwicklung. Wesentlich relevanter ist die strukturelle Verschiebung hin zu einer ganzjährigen Nachfrage. Für die Produktplanung und Kontingentstrategie ergeben sich daraus neue Handlungsspielräume: Shoulder Seasons können gezielter positioniert, Frühjahr- und Herbstprogramme ausgebaut und die Abhängigkeit vom klassischen Winterpeak reduziert werden.
Wer frühzeitig Programme außerhalb der klassischen Hochsaison entwickelt, kann von dieser strukturellen Verschiebung profitieren. Nicht die „Coolcation“ ist die eigentliche Nachricht. Sondern die Tatsache, dass internationale Nachfrage das Fundament des Wachstums bildet.
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Header: © Aiva Apsite Unsplash
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