Steigende Passagierzahlen entlang der norwegischen Küste stärken den Tourismus, rücken aber auch Besucherlenkung und Nachhaltigkeit stärker in den Fokus
2025 war ein Rekordjahr für den Kreuzfahrttourismus in Norwegen. Entlang der Küste wurden knapp 3.900 Kreuzfahrtanläufe registriert, insgesamt kamen rund 1,6 Millionen eindeutige Kreuzfahrtpassagiere ins Land. Inklusive Mehrfachzählungen bei mehreren Hafenstopps summierte sich die Zahl der Tagesbesucher auf über 6,3 Millionen. Seit 2016 hat sich das Kreuzfahrtaufkommen damit mehr als verdoppelt, wie die norwegische Küstenverwaltung Kystverket mitteilt.
Deutsche bleiben wichtigste Quellnation
Die größte Passagiergruppe stellten deutsche Kreuzfahrtgäste, gefolgt von Reisenden aus Großbritannien und den USA. Besonders stark frequentiert wurden die Häfen von Bergen, Stavanger und Ålesund. Einzelne Tage im Sommer erreichten Spitzenwerte von über 60 000 Kreuzfahrtpassagieren landesweit.
Neue Destinationen gewinnen an Bedeutung
Neben den klassischen Häfen verzeichneten auch kleinere und bislang weniger bekannte Orte einen deutlichen Zuwachs. Destinationen wie Haugesund, Nordfjordeid oder Olden haben sich in den vergangenen Jahren zu festen Bestandteilen vieler Routen entwickelt. Gleichzeitig arbeiten Branche und Behörden daran, Kreuzfahrtanläufe stärker über das Jahr zu verteilen, um saisonale Spitzen zu entzerren.
Das anhaltende Wachstum im Kreuzfahrtsegment beeinflusst nicht nur Häfen, sondern auch Landprogramme, Ausflugsangebote und die Kapazitätsplanung in den Destinationen. Für Reiseveranstalter, DMOs und Leistungsträger wird Besucherlenkung zunehmend zu einem strategischen Thema – ebenso wie die Frage, wie Wertschöpfung vor Ort gesteigert und Belastungen für Infrastruktur und Natur begrenzt werden können. Die Zahlen zeigen: Kreuzfahrttourismus bleibt ein relevanter Faktor, erfordert aber immer mehr Abstimmung zwischen Markt, Destination und Nachhaltigkeitszielen.
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Header: © Rocio Abrego Unsplash
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