Schweden wird international oft mit Sommerurlauben, Seenlandschaften und langen Tagen verbunden. Neue Zahlen von Visit Sweden zeigen jedoch, dass das stärkste Wachstum inzwischen außerhalb der traditionellen Hauptsaison stattfindet.
Während der Sommer weiterhin die wichtigste Reisezeit des Landes bleibt, steigen die Übernachtungszahlen im Frühjahr, Herbst und Winter deutlich schneller als in den Sommermonaten. Für Reiseveranstalter eröffnet diese Entwicklung neue Möglichkeiten bei der Gestaltung und Vermarktung ganzjähriger Schweden-Angebote.
Zwischen Januar und Mai sowie von September bis Dezember stiegen die gewerblichen Übernachtungen im Jahr 2025 um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu 2015 beträgt das Wachstum sogar 23,5 Prozent.
Die Sommermonate Juni bis August bleiben mit mehr als 30 Millionen Übernachtungen die stärkste Saison. Das Wachstum fiel hier mit 1,1 Prozent jedoch deutlich moderater aus.
Laut Visit Sweden wird die Entwicklung von mehreren Faktoren beeinflusst. Dazu zählen eine steigende internationale Nachfrage, die zunehmende Beliebtheit von Städtereisen, eine stärkere Nachfrage nach Wintererlebnissen sowie ein verändertes Reiseverhalten mit mehreren kürzeren Reisen pro Jahr.
Besonders deutlich zeigt sich der Trend in Nordschweden. Während der Wintersaison von Dezember bis April wurden landesweit rund 21,6 Millionen gewerbliche Übernachtungen registriert, ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahl internationaler Übernachtungen stieg im gleichen Zeitraum sogar um zwölf Prozent.
Die Regionen Dalarna, Jämtland, Norrbotten, Värmland und Västerbotten verzeichneten gemeinsam 7,4 Millionen Winterübernachtungen. In Norrbotten waren rund 41 Prozent der Wintergäste internationale Besucher.
Diese Entwicklung bestätigt die wachsende Bedeutung von Naturerlebnissen, Nordlichtern, Winteraktivitäten und authentischen Outdoor-Angeboten für internationale Märkte.
Neben den Naturregionen spielen die schwedischen Metropolregionen weiterhin eine wichtige Rolle. Die Regionen Stockholm, Göteborg und Malmö stehen gemeinsam für rund 35 Prozent aller Übernachtungen im Land.
Vor allem Kurzreisen, Geschäftsreisen, Veranstaltungen und ganzjährige Städtereisen sorgen hier für eine stabile Nachfrage.
Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass einige internationale Märkte außerhalb der großen Städte sogar stärker wachsen als in den Metropolregionen. Dazu zählen unter anderem Besucher aus Frankreich, den USA und Belgien.
Die neuen Daten zeigen, dass Schweden zunehmend von einem saisonalen Reiseziel zu einer Ganzjahresdestination wird. Besonders Naturerlebnisse, Winterangebote, Kurzreisen und authentische regionale Produkte profitieren von dieser Entwicklung.
Für Reiseveranstalter bietet dies die Chance, Programme stärker über das gesamte Jahr zu verteilen und neue Reiseanlässe außerhalb der klassischen Sommersaison zu schaffen.
Die Nachfrage nach Reisen in der Nebensaison wächst in vielen nordischen Destinationen. Die aktuellen Zahlen aus Schweden zeigen, wie sich Reiseverhalten und Buchungsmuster verändern und welche Chancen sich daraus für die internationale Produktentwicklung ergeben.
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