Bei Fjord Norway entstehen schnell bestimmte Bilder im Kopf: tiefblaue Fjorde, grüne Berghänge, Wasserfälle und lange Sommertage.
Nicht ohne Grund. Der Sommer ist die klassische Reisezeit für die norwegischen Fjorde, mit einer großen Auswahl an Fjordfahrten, Outdoor-Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten.
Doch was passiert, wenn wir über den Sommer hinausblicken?
Gerade für Reiseveranstalter, die die Region bereits kennen und im Programm haben, kann diese Frage interessant sein. Denn statt nach der nächsten neuen Destination zu suchen, lohnt sich vielleicht ein genauerer Blick auf das Potenzial, das in einem bereits etablierten Reiseziel steckt.
Die Saison zu verlängern bedeutet nicht automatisch, eine komplett neue Rundreise entwickeln zu müssen.
Vielleicht stimmen Destinationen, Unterkünfte und Verkehrsverbindungen im bestehenden Norwegen-Programm bereits. Zu einer anderen Jahreszeit können daraus jedoch neue Kombinationen, Erlebnisse und Reiseanlässe entstehen.
Und jede Saison bringt ihren eigenen Charakter mit.
Im Frühling lässt die Schneeschmelze die Wasserfälle anschwellen, während entlang der Fjorde die Obstbäume zu blühen beginnen. In Hardanger erreicht die Obstblüte normalerweise im Mai ihren Höhepunkt. Blühende Obstgärten am Fjord treffen dann auf noch schneebedeckte Berge. Gleichzeitig liegt der Frühling noch vor der sommerlichen Hochsaison und bietet damit interessante Möglichkeiten für Gäste, die ruhiger reisen möchten.
© Fred Jonny Hammerø
Im Herbst verändert sich die Region erneut. Die Besucherzahlen nehmen ab, die Landschaft wechselt ihre Farben und Outdoor-Aktivitäten wie Wandern sind vielerorts weiterhin möglich. Gleichzeitig ist Erntezeit. Äpfel, Cider, Beeren und andere regionale Produkte eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, Naturerlebnisse mit Kulinarik zu verbinden.
© Leif J Olestad
Und dann ist da noch der Winter.
Schneebedeckte Berge verleihen den Fjorden einen völlig anderen Charakter. Einige Fjordfahrten werden ganzjährig angeboten, während sich Winterprogramme beispielsweise mit Skifahren und anderen Outdoor-Aktivitäten, Kulinarik, Kultur oder einem Aufenthalt in einer der Städte kombinieren lassen.
Nicht jedes Sommerprodukt ist auch im Winter verfügbar. Umso wichtiger ist es, die richtigen Partner und Kombinationen zu finden.
© Haavard Myklebust
Genau hier wird das Thema Ganzjahrestourismus für Produktmanager interessant.
Eine Winterreise muss keine Sommerreise mit Schnee sein. Und ein Frühlingsprogramm muss nicht alles bieten, was auch im Juli möglich ist.
Viel spannender ist die Frage:
Was funktioniert zu dieser Jahreszeit besonders gut und womit lässt es sich kombinieren?
Eine Fjordfahrt könnte Teil eines City-Aufenthalts werden. Eine Wanderreise im Herbst lässt sich mit saisonaler Kulinarik und Cider-Erlebnissen ergänzen. Im Frühling können Obstblüte, Wasserfälle und landschaftlich reizvolle Bahn- oder Schiffsverbindungen zusammenspielen. Und im Winter lassen sich die Fjorde beispielsweise mit Skierlebnissen in den Bergen verbinden.
So wird die jeweilige Jahreszeit selbst zum Teil des Reiseerlebnisses.
© Lars Korvald
Für Reiseveranstalter, die Fjord Norway bereits im Portfolio haben, stellt sich damit eine spannende Frage:
Steckt in einer Destination, die du bereits verkaufst, vielleicht noch mehr Potenzial?
Vielleicht lässt sich ein bestehendes Programm früher im Frühling starten oder bis weiter in den Herbst verlängern. Vielleicht eignet sich eine Wintervariante für eine andere Zielgruppe. Oder vielleicht reicht bereits ein neues Erlebnis, damit deine Gäste einen Grund haben, eine Nacht länger zu bleiben.
Nicht jedes Produkt funktioniert zu jeder Jahreszeit. Und genau deshalb ist der direkte Austausch mit den Partnern vor Ort so wertvoll.
Header: © Håvard Nesbø