airBaltic hat einen neuen Geschäftsplan vorgestellt, mit dem die wirtschaftliche Stabilität und langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessert werden sollen. Im Mittelpunkt stehen eine deutlich kleinere Flotte, eine stärkere Konzentration auf das Drehkreuz Riga und ein effizienterer Einsatz der Flugzeuge.
Die lettische Fluggesellschaft, an der auch die Lufthansa Group beteiligt ist, reagiert damit auf ihren hohen Kapitalbedarf und eine veränderte wirtschaftliche Lage. Nach Jahren mit ambitionierten Wachstumsplänen setzt Air Baltic nun auf Konsolidierung.
Bis Ende 2026 soll die Flotte von derzeit 54 auf 36 Airbus A220-300 reduziert werden. Anschließend ist wieder ein schrittweises Wachstum vorgesehen: Bis 2031 soll die Flotte rund 40 Flugzeuge umfassen.
Trotz der deutlichen Verkleinerung erwartet airBaltic, dass die Kapazität im regulären Flugplan weitgehend stabil bleibt. Dies soll unter anderem durch eine bessere Auslastung der eigenen Flugzeuge und eine stärkere Zusammenarbeit mit Wetlease-Partnern erreicht werden.
Laut airBaltic bleibt der normale Flugplan von der Neuausrichtung zunächst unberührt. Für Reiseveranstalter bedeutet das, dass aktuell keine unmittelbaren Änderungen angekündigt sind. Die weitere Entwicklung der Flugkapazitäten und saisonalen Verbindungen sollte dennoch aufmerksam verfolgt werden.
Der Flughafen Riga soll künftig noch stärker als primäres Drehkreuz des Air-Baltic-Netzwerks dienen. Die bisherigen Standorte Tallinn und Vilnius bleiben zwar Teil des Streckennetzes, sollen jedoch vor allem ausgewählte Direktverbindungen anbieten.
Taktische und saisonale Flüge sollen ergänzend dazu beitragen, die Flotte über das gesamte Jahr besser auszulasten. Damit verabschiedet sich airBaltic von einer gleichmäßigeren Hub-Strategie für die drei baltischen Hauptstädte und bündelt einen größeren Teil der Umsteigeverbindungen in Riga.
Für Reiseveranstalter könnte diese Entwicklung mittelfristig beeinflussen, über welche Flughäfen Rundreisen ins Baltikum geplant werden. Besonders bei Kombinationen von Lettland, Estland und Litauen könnten Umsteigeverbindungen über Riga weiter an Bedeutung gewinnen.
Mit den Maßnahmen in den Bereichen Flotte, Streckennetz und Betrieb will airBaltic jährlich rund 45 Millionen Euro einsparen. Gleichzeitig benötigt die Fluggesellschaft eine Zwischenfinanzierung von 225 Millionen Euro, um den kurzfristigen Kapitalbedarf zu decken und den neuen Geschäftsplan umzusetzen.
Für die langfristige Finanzierung sind zusätzliche Fremd- und Eigenkapitalmaßnahmen vorgesehen. Der zuvor angestrebte starke Wachstumskurs mit einer Flotte von bis zu 100 Flugzeugen bis 2030 ist damit vorerst beendet.
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